Allgemeines

Kleidung aus Hunde- und Katzenhaar

Seit Urzeiten profitiert der Mensch vom Zusammenleben mit Tieren. Unsere Tiere dienen uns als Transportmittel, Essenslieferant und ihre Haut und ihr Fell dienen uns als Kleidung. Die ersten Kleidungsstücke unserer Vorfahren bestanden aus der Haut von Tieren. Leider bedeutete dies den Tod des Tieres. Eine Weile später kamen unsere Vorfahren auf eine Idee, die nicht den Tod des Tieres nach sich zog. Sie lernten, Tierhaar zu verspinnen und dieses gesponnene Garn für Kleidung weiter zu verarbeiten. Als erneuerbare Ressource für die Wollproduktion diente vor allem Schafwolle. Heute gibt es eine Fülle von verschiedenen Wollqualitäten, die zu Kleidung verarbeitet werden kann: Schafwolle, Kashmir, Mohair, Angora, Kamelhaar, Alpaka, etc. Ein bislang nur wenig beachtetet Material zur Herstellung von Garnen und Filz ist Hunde- und Katzenhaar. Dabei haben diese Fasern charakteristische Eigenschaften, die es sogar noch erstrebenswerter machen für Kleidung als Schafwolle. Abgesehen von dem Luxus, dass man das Haar seines geliebten Tieres als Kleidung und Schmuck tragen kann, ist Hunde- und Katzenhaar wunderbar flauschig, ähnlich wie Angora oder Mohair. Obwohl weniger elastisch, ist es sogar wärmer als herkömmliche Wolle. Außerdem: Ist es nicht viel exklusiver und schöner, Kleidung und Accessoires aus dem Fell seines pelzigen Lieblings zu tragen, als ein Kleidungsstück aus der Wolle eines anonymen Schafes?

 

Allergien

Was Allergien anbelangt, scheint es so zu sein, dass es mehr Allergien auf Katzen-, als auf Hundefell gibt. Speziell handversponnene Hundewolle wird zudem mehrfach gewaschen, so dass die meisten Allergene entfernt werden. Leider gibt es allerdings keine kontrollierten Studien zu Allergien auf versponnenes Hundehaar.


Allgemeines über die Verarbeitbarkeit von Hunde- und Katzenhaar

Um aus dem Fell unseres Haustieres etwas Schönes wie ein Kleidungsstück oder anderes Accessoire zu machen, muss es diverse Arbeitsschritte durchlaufen. Zunächst ist es wichtig, dass nur ausgekämmtes Haar vom Haustier verwendet werden kann. Vom Hund eignet sich ausschließlich die Unterwolle des Hundes. Die Deckhaare sind i.d.R. zu steif, sie würden nach dem Verspinnen aus dem fertigen Garn herausstehen und kratzen. Die Unterwolle des Hundes muss eine gewisse Länge haben, damit sie überhaupt versponnen werden kann. Zu kurze Fasern halten nicht zusammen beim Verdrillen der Wolle. Bei kürzeren Unterwollfasern gelingt es oft, mit der Beimischung von anderer Wolle, die langfaserig ist, doch noch ein schönes Garn zu spinnen, in dem sich zumindest ein Anteil der Wolle des eigenen Tieres befindet. Das macht auch da Sinn, wenn nur wenig Wolle zur Verfügung steht, und trotzdem ein bestimmtes Projekt mit dem Haar des eigenen Tieres verwirklicht werden soll. Das gleiche gilt auch für Katzenfell, das einen sehr zarten, weniger belastbaren Faden gibt, dafür aber unglaublich weich und kuschelig ist. Beim Hund ist das Unterfell der Hosen eher nicht geeignet, da es kratzt. Zu beachten ist, dass nur unverfilzte Unterwolle verwendbar ist.