Vom Tierhaar zum Wollknäuel
Jeder Hunde- und Katzenhalter kennt es, vor allem die Halter von langhaarigen Hunden und Katzen:  Mit schöner Regelmäßigkeit sind Teppiche, Kissen, Decken und andere Plätze voll von flauschigem Fell, das unsere pelzigen Mitbewohner verlieren. Außerdem kämmen wir Unmengen an Wolle aus unseren Lieblingen heraus.

Rohwolle vom schwarzen Großspitz

Ist diese Wolle nicht viel zu schade zum Wegwerfen?

Lassen Sie sich doch etwas Schönes aus dieser Wolle machen!

Beim Sammeln der Wolle sind ein paar einfache Dinge zu beachten:
Wichtig ist, dass nur ausgekämmte Unterwolle verarbeitet wird. Deckhaar ist zu störrisch und steht nach der Verarbeitung aus dem Werkstück heraus und kratzt dadurch. Da bei geschnittenem Fell auch die Deckhaare mit in der Rohwolle sind, verarbeite ich nur ausgekämmte Rohwolle.

Besonders weich ist bei Hunden das Fell an Brust, Seiten und Rücken. Die Haare an den Hosen sind nicht so weich und mitunter auch verschmutzt. Von ihrer Verwendung würde ich absehen.

Die gesammelte Wolle sollte so gelagert werden, dass sie nicht zu sehr gedrückt und gerieben wird, damit sie nicht filzt. Hunde- und Katzenwolle filzt sehr leicht.

Um aus der Wolle von Hund und Katze ein Garn zu spinnen, mit dem man kuschlig weiche, warme Kleidung oder dekorative Accessoires herstellen will, muss die Wolle diverse Arbeitsschritte durchlaufen.

Entweder wird die Wolle im Rohzustand  von Verunreinigungen befreit,  dann je nach Verschmutzungsgrad ein- oder mehrfach gewaschen und getrocknet. 
Bei nicht sehr verschmutzter Wolle (die ich für die Verarbeitung bevorzuge ), sortiere ich die Fremdkörper aus der Wolle aus und wasche später den fertig gesponnenen Wollstrang. Das hat auch den Vorteil, dass das fertige Garn bei vorsichtiger Behandlung weniger leicht filzt als die Rohwolle.

Großspitzwolle auf den Kardierbürsten

Nach dem Sortieren der Unterwolle wird diese kardiert, d.h. die Wolle wird in mehreren Stationen mit sog. Kardierbürsten gebürstet, um die Fasern aufzulockern und um die Fasern in eine Richtung zu bringen. Dies macht das Spinnen später leichter und lässt das Spinnen eines feineren, gleichmäßigeren Fadens  zu. Dann wird die kardierte Wolle gesponnen.

Angesponnen

Aus dem gesponnenen, bis dahin einfädigen Garn wird danach aus zwei oder drei Fäden das fertige Garn gezwirnt. Das  heißt, aus den Fäden wird ein neuer Faden gearbeitet, der dann noch haltbarer ist als der Einzelfaden. Je nachdem, wie viel oder wenig Rohwolle zur Verfügung steht, zwirne ich Fäden der gleichen Rohwolle oder bei wenig Grundmaterial (z.B. bei kleinen Tieren oder wenig Unterwolle je nach Hunderasse) zwirne ich einen passenden anderen Naturwollfaden dazu. So erhalte ich auch bei wenig Grundmaterial eine gute Lauflänge des fertigen Garnes, um etwas Schönes daraus arbeiten zu können.

Das Garn wird danach auf einen Haspel gewickelt, um einen Wollstrang zu erhalten. Dieser wird nach dem Abbinden und der Abnahme vom Haspel mehrfach gewaschen, um Staub, Schmutz; Hautschuppen und damit Geruch aus der Wolle zu waschen und um die neue Form der Wolle zu festigen.

Fertig gesponnener, gezwirnter Strang Großspitzgarn

Nach dem Trockenen kann der Wollstrang dann wie andere Wolle weiterverwendet werden. Ich wickle meine Stränge für mich i.d.R. mit einem sog. Wollwickler zu Knäueln.